Klassenfahrt in den Osten Nepals (Teil 2)

Am Abend sind wir in einem Bergdorf kurz vor der indischen Grenze, nahe Ilam angekommen. Als wir aus dem Bus gestiegen sind war es direkt viel kälter. Mittags waren wir noch bei fast 35°C im Süden von Nepal und in den Bergen war es dann unter 15°C. Vor allem nachts haben wir richtig gefroren, hier gibt es natürlich auch keine Heizungen. Den Abend verbringen wir mit tanzen zu nepalesischen Songs und UNO spielen mit Schülern und Lehrern. Vorher gibt es natürlich noch Reis.

Am nächsten Morgen macht sich die Klasse mit den Lehrern früh auf den Weg nach Darjeeling in Indien. Wir können leider nicht mitfahren da wir kein Visum für Indien haben und bleiben deshalb in Ilam. Der Hotelbesitzer gibt uns eine kurze Führung durch den Ort, in dem es eine Käserei gibt. Danach warten wir im Hotel auf einen Guide der uns die Teeplantagen zeigen soll. Zuerst gehen wir noch von der üblichen nepalesichen Verspätung aus, doch nach 4 Stunden glauben wir dann auch nicht mehr das noch jemand kommt. Schließlich fährt uns der Hotelbesitzer zu den Teeplantagen. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch die Berge kommen wir an. Diese Teeplantagen sind sehr touristische Orte zu mindest für Nepalesen. Für wenig Geld kann man sich die traditionelle Kleidung der Teepflücker ausleihen um dann damit Fotos auf den Teefeldern zu machen.

Zurück im Hotel warten wir dann darauf das der Bus von unserer Schule aus Indien zurückkommt. Am Nachmittag sehen wir dann noch wie die Schulkinder des Dorfes eine Tanzaufführung haben. Wir sind die Einzigen Touristen hier und werden natürlich dem entsprechend angeschaut.

Nach einer weiteren sehr kalten Nacht im Hotel machen wir uns am nächsten Morgen auf den Heimweg. Unterwegs schauen wir uns noch eine Teeplantage mit unserer Klasse an, die eigentlich genauso aussieht wie die, die wir gestern gesehen haben. Diesmal probieren wir aber die traditionelle Kleidung an. Danach essen wir Momos, kaufen Tee und fahren dann weiter. Nächster Halt ist Ilam, wo wir erst Reis essen, dann noch mehr Teeplantagen sehen und noch auf einen Aussichtsturm steigen. Hier sehen wir zum ersten Mal andere europäische Touristen. Ansonsten ist der Osten des Landes kaum touristisch erschlossen und als weißer Mensch wird man immer erstaunt angeschaut.

Teepflückerinnen in Ilam
Teeplantagen so weit das Auge reicht
Momos

Wir verlassen die kühlen Berge auf kurvigen Straßen bis wir wieder auf dem Highway 1 im Süden sind. Hier schlägt uns die Hitze entgegen. Alles hier ähnelt immer mehr Indien, man sieht mehr Fahrräder und Rikschas, mehr Müll und Schlamm auf den Straßen. In der Raststätten wo wir essen stinkt das Wasser und häufig arbeiten die Kinder der Besitzer dort als Bedienung.

Wir fahren weiter um Strecke zu machen und rechtzeitig wieder Donnerstagabend in Devighat zu sein. Aber die Klimaanlage fällt Mal wieder aus und so müssen wir 2 Stunden auf die Reperatur warten. Zu unserem Bus kommt ein Straßenverkäufer mit Tablett auf dem Kopf, das er dann zu einem kleinen Stand vor uns aufbaut. Er verkauft „pani puri“ runde knusprige Teigkugeln die mit Gemüse und scharfer Soße gefüllt werden. Mir ist das leider viel zu scharf. Auf der gesamten Klassenfahrt wurden uns immer wieder von allen Seiten Snacks zum probieren angeboten, es gibt Nüsse und jede Menge getrocknete Hülsenfrüchte die scharf gewürzt sind, Chips, Instantnudeln oder einfach ein Stück Kandiszucker.

Der Weg durch die Berge

Am Abend brauchen wir lange bis wir endlich ein Hotel finden, doch im Ort Damak haben wir endlich Erfolg. Es ist immer noch heiß, aber es gibt Reis und WLAN und zum ersten Mal haben wir eine westliche Toilette. Morgens müssen wir schon im 4 Uhr aufstehen damit wir bis zum Abend ankommen. An diesem Tag fahren wir fast ohne Pause 14 Stunden durch. Diese letze Etappe ist wirklich anstrengend, man will einfach nur noch schlafen aber die Straßen sind so schlecht das man immer wieder durch die Gegend geschleudert wird. Irgendwann schaffe ich es dann doch zu schlafen und habe am Ende fast ein Schleudertrauma und 2 Beulen am Kopf weil ich gegen das Fenster geschlagen bin. Irgendwann sind wir dann aber auch endlich da und haben sogar den nächsten Tag frei, weil Feiertag ist.

Und so geht unsere Kassenfahrt zu Ende. Ich habe in diesen 5 Tagen so viel gesehen, mehr als Zuhause in meinem Schulalltag in 5 Monaten. Noch heute wenn ich mich daran erinnere habe ich all die Menschen, Häuser und Gesichter im Kopf die ich während der Fahrt gesehen habe. Außerdem haben wir die Schüler*innen und Lehrer*innen richtig gut kennengelernt und hatten viel Spaß zusammen. Ich bin sehr dankbar dass ich diese Erfahrung machen durfte und kann nur bewundern in was für einem Land ich hier bin.

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