Wir wurden von der Schule eingeladen mit auf Klassenfahrt zu fahren. Es ging durch den Südosten des Landes bis an die Grenze zu Indien nach Ilam. Von dort aus für einen Tag nach Darjeeling in Indien.
So ging es am Sonntag um 6 Uhr zusammen mit 25 Schüler*innen und 6 Lehrer*innen los. Jeden Tag fuhren wir viele Stunden Bus und machten zwischendurch Stopps um uns Sehenswürdigkeiten anzuschauen.
Als wir Sonntag früh nach gemeinsamen Tee trinken und der Segnung des Buses durch die Sanskrit Schüler der Schule aufbrachen, wussten wir noch nicht was für eine Busfahrt bevorstehen würde. Es ging von unserem Dorf Devighat aus Richtung Süden. Auf dem Weg besuchten wir einen Tempel in Kumarwarti.


Von da an fuhren wir auf dem Highway 1, der im Süden des Landes geradlinig von der westlichen zur östlichen Grenze führt. Die Landschaft veränderte sich schnell, das Land wurde flacher und immer mehr Felder und Palmen waren zu sehen. Fast während der ganzen Fahrt liefen auf einem Fernseher im Bus nepalesiche Musikvideos auf unglaublicher Lautstärke, so dass man weder schlafen noch eigene Musik hören kann, dass wird nach ein paar Stunden sehr nervig, aber die Schüler*innen hatten Spaß.
Nach der ersten Nacht im Hotel ging es noch weiter in den Süden. Schnell bemerkte man je näher wir der südlichen indischen Grenze kamen, wie sich die Lebensverhältnisse veränderten. Im Südosten des Landes ist es viel ländlicher und ein großteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Auf der langen Fahrt habe ich aus dem Fenster geschaut und dabei unglaublich viele Eindrücke von Häusern, Menschen die auf den Feldern arbeiten, Tieren und Landschaften erhalten.
Die Menschen hier haben weniger Geld und deshalb herrschen hier auch andere Lebensverhältnisse, dass wurde vorallem deutlich an den Raststätten in denen wir aßen. Die Häuser haben hier an der indischen Grenze häufig nur eine Pumpe hinter dem Haus und das Wasser fließt in einer Gosse voller Dreck und Müll auf die Straße. Auf den Straßen sieht man mehr Bettler, Straßenhändler und Kühe die im Müll nach Futter suchen. Zudem ist es unglaublich heiß und die Klimaanlage von unserem Bus funktionierte nur manchmal und musste immer wieder repariert werden.


Am selben Abend fuhren wir dann noch bis in die Berge nach Ilam. Unser Bus quälte sich die engen Passstraßen hoch, und obwohl es so eng war mussten wir uns immer wieder an Lkw und anderen Bussen vorbeiquetschen. Es war Zentimeterarbeit wenn man in einer Kurve Gegenverkehr hatte, und auf der linken Seite ging es ungesichert in die Tiefe. Es musste viel gehupt werden um den Gegenverkehr zu warnen und Busfahrer hier fahren nach dem Motto: lieber 10 Mal hupen, als Einmal Abbremsen. Doch während dieser halsbrecherischen Fahrt hatte man einen wunderschönen Ausblick über die Berghänge. Und als gerade die Sonne unterging und den Himmel in herrliche Farben tauchte, hatten wir die Spitze erreicht. Das war der Moment als ich mich zum ersten Mal so richtig angekommen in Nepal fühlte. Ich war so dankbar diese Berge und dieses Land sehen zu dürfen und dachte hier oben kann man den Himmel berühren.
